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Für die meisten Fahrzeughalter gehört der halbjährliche Reifenwechsel zur Routine. Durch die Verwendung von Sommer- beziehungsweise Winterreifen soll sichergestellt werden, dass optimale Haftung und Kontrolle zu jeder Jahreszeit gewährleistet sind. Interessant wird es allerdings, wenn nicht nur die Räder, sondern auch die darin verbauten Sensoren für die Fahrsicherheit eine Rolle spielen. Für das Reifendruckkontrollsystem, kurz RDKS, ist es wichtig, dass alle relevanten Komponenten im System auch nach dem Wechsel der Reifen richtig zusammenspielen.
Beim Saisonwechsel spielen nicht nur Reifen, sondern auch Sensoren eine Rolle.
Während einige Fahrzeugmodelle mit einem indirekten RDKS arbeiten, bei dem der Reifendruck nicht direkt gemessen, sondern aus den Raddrehzahlen berechnet wird, setzen andere auf direkte Systeme. Bei diesen sitzen im Reifen echte RDKS Sensoren und liefern konkrete Messwerte. Meist befinden sich diese Sensoren am Ventil. Der Unterschied zwischen indirektem RDKS und direkten Sensoren ist entscheidend dafür, ob die Sensoren beim saisonalen Reifenwechsel überhaupt beachtet werden müssen.
Reifenwechsel und Räderwechsel werden oft synonym verwendet, obwohl beides nicht dasselbe ist: Der Räderwechsel geht schnell, denn hier wird die komplette Einheit aus Felge, Reifen und Sensor ausgetauscht, was relativ unkompliziert abläuft. Beim klassischen Reifenwechsel dagegen wird nur der Reifen ausgetauscht, die Felge bleibt erhalten und dient als Basis für den neuen Reifen.
Genau hier wird es heikel, denn der Sensor bleibt in der Felge. Beim Abziehen und Montieren muss er angemessen geschützt werden. Verrutscht er oder wird er beschädigt, werden unter Umständen keine zuverlässigen Messwerte mehr übermittelt.
Nicht immer läuft der Reifenwechsel reibungslos ab. Gelegentlich treten die folgenden Auffälligkeiten auf, die sich auf die Sensoren zurückführen lassen:
Die Warnleuchte bleibt aktiv, obwohl der Reifendruck stimmt
Das System erkennt neue oder andere Sensoren nicht
Ein Sensor wurde bei der Montage beschädigt
Die Batterie im Sensor ist erschöpft
Die Sensoren sind nicht kompatibel mit dem Fahrzeug
Solche Situationen wirken zunächst unscheinbar. Sie können jedoch dazu führen, dass das System falsche Werte liefert oder ganz ausfällt.
In vielen Fahrzeugen müssen die Sensoren nach dem Reifenwechsel neu erkannt werden. Je nach System geschieht dies automatisch oder durch ein Anlernen der Sensoren in der Werkstatt. Dabei wird das System so eingestellt, dass es die verbauten Sensoren korrekt zuordnen kann. Bleibt eine Warnmeldung bestehen, liegt die Ursache oft darin, dass das Anlernen nicht vollständig erfolgt ist.
Die Sensoren des RDKS können lange, aber nicht unbegrenzt arbeiten. In ihnen steckt eine kleine Batterie, die meist nicht gewechselt wird. Wenn sie leer ist, muss der Sensor ausgetauscht werden. Das ist nicht bei jedem Reifenwechsel erforderlich. Wird der Sensor gewechselt, ist es wichtig, passende Komponenten zu verwenden, da sich Systeme je nach Fahrzeug deutlich unterscheiden können.